Sind Pixel wirklich alles? Warum mehr Pixel nicht automatisch bessere Bilder bedeutet

Leica SpiegelreflexkamerasKameras – nicht nur Spiegelreflexkameras, sondern auch Digicams, Systemkameras und Smartphone-Kameras – gelten als besonders hochwertig, wenn sie eine hohe Pixel-Anzahl aufweisen. Bei einem Pixel handelt es sich allerdings nicht wie häufig angenommen um eine physikalische Größe (die bestimmt wie groß oder qualitativ hochwertig das Bild ist. Unter einem Pixel versteht man einen mathematischen Wert, der verschiedene Informationen beinhaltet und dazu beiträgt, dass das Bild so aussieht, wie es nun einmal aussieht. Aus diesem Grund werden Pixel häufig auch als Bildpunkte bezeichnet.

Viele Pixel = gutes Bild?

Sind Pixel wirklich alles? Warum mehr Pixel nicht automatisch bessere Bilder bedeutetViele Megapixel sorgen dafür, dass die Kamera eine gute Auflösung hat. In den Augen vieler Laien und Hobbyfotografen bedeutet der Begriff „Auflösung“ gestochen scharfe Bilder, die automatisch als schön wahrgenommen werden. Leider ist das nur in der Theorie so. Es ist ein Irrglaube, dass viele Pixel beziehungsweise eine hohe Auflösung ein Bild automatisch gut werden lassen. Wer sich intensiver mit der Fotografie auseinandersetzt, wird schnell bemerken, dass es dabei auf weitaus mehr Aspekte ankommt. Hierzu gehören zum Beispiel:

  • Helligkeit
  • Bildkomposition
  • Schärfen und Unschärfen

Ein Bild lebt nicht durch sein lupenreines Aussehen, sondern durch seine Gestaltung. Es will komponiert und inszeniert werden. Ob Sie dazu eine Kamera mit wenigen oder vielen Megapixeln verwenden, ist erst einmal egal. Viel wichtiger ist es, das Fotomotiv perfekt in Szene zu setzen und mit Gestaltungselementen wie dem Licht und Unschärfen zu arbeiten. Auf diese Weise entstehen Fotos, die einen ganz besonderen Reiz aufweisen und daher auch als „gelungen“ tituliert werden.

Warum die Pixel dennoch wichtig sind

Wie wichtig Pixel sind, wird meist erst deutlich, wenn das Bild schon längst aufgenommen wurde. Auch wenn unser Leben immer mehr in der digitalen Welt stattfindet, werden besonders schöne Bilder noch immer gern entwickelt. In Papierform wird schließlich deutlich, warum es bei guten Bildern auf die Auflösung ankommt.

Während Handy-Schnappschüsse meist nur im kleinen Fotoformat gut aussehen, können Fotos, die mit einer hochauflösenden Spiegelreflexkamera aufgenommen wurde, auch um ein Vielfaches vergrößert werden. Vor allem atemberaubende Landschaftsaufnahmen oder persönliche Aufnahmen der Liebsten kommen im Großformat besonders gut zur Geltung. Hier ist es durchaus von Vorteil, wenn das Foto aus vielen Pixeln beziehungsweise Bildpunkten besteht, die entsprechend viele Informationen zu Helligkeit und Farbe gespeichert haben. Auf diese Weise wird vermieden, dass das Bild „krisselig“ oder körnig aussieht. Stattdessen ist es auch nach mehrfacher Vergrößerung noch immer gestochen scharf und wirkt fast wie die Realität.

Warum machen Spiegelreflexkameras bessere Bilder als Kompaktkameras?

Sicher haben Sie schon einmal bemerkt, dass es immer mehr Kompaktkameras, sogenannte Digicams, im Hinblick auf die Pixel-Zahl mit den System- und Spiegelreflexkameras aufnehmen können. Bedeutet das, dass die kleinen Modelle genauso gute Bilder wie die großen aufnehmen können?

Tipp! Nein, denn im Gegensatz zu den Kompaktkameras ist der Bildsensor bei System- und Spiegelreflexkameras wesentlich größer. Die Bildpunkte, die sich hierauf befinden, werden nicht aneinander gequetscht und können dem Foto ein gestochen scharfes Aussehen verleihen. Ganz anders verhält es sich bei den Digicams. Hier werden die großen Pixel-Mengen auf sehr kleine Sensoren gepackt, was oftmals zu einer Verkleinerung der Bildpunkte führt. Vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen kommt es schnell vor, dass die aneinander sitzenden Pixel zu einem Bildrauschen führen und das Foto dadurch ruinieren. Auch hier wird wieder deutlich, dass eine große Pixel-Anzahl nicht automatisch bedeutet, dass die Fotos hervorragend werden.

Vor- und Nachteile einer hochwertigen Spiegelreflexkamera

  • hohe Auflösung
  • Bilder können problemlos gedruckt werden
  • einfache Bedienung
  • Preis

Fazit: Viele Pixel sind gut, aber nicht alles

Beim Thema Pixel scheiden sich die Geister. Auch wenn sie kein Garant für gute Bilder sind, sind sie doch notwendig, wenn das Foto in einem großen Format ausgedruckt werden soll. Es ist also keinesfalls fair zu sagen, dass Pixel vollkommen überbewertet werden. Gleichzeitig ist aber auch festzuhalten, dass sie nicht als Qualitäts-Sicherheit verstanden werden dürfen. Wenn Sie hervorragende Fotos aufnehmen wollen, kommt es auch auf andere Faktoren wie das Licht und die Bildkomposition an. Demzufolge lässt sich zusammenfassend sagen: Viele Pixel sind eine durchaus praktische Eigenschaft bei Kameras, aber keinesfalls alles, wenn es darum geht, interessante Bilder aufzunehmen.

Vorhaben Hinweise
Bilder am Computer ansehen Machen Sie sich bei der Wahl der Kamera unbedingt klar, was Sie mit den Bildern anfangen wollen. Sollen diese nur auf dem PC oder Handy angeschaut werden, reicht eine mittelmäßige Pixelzahl vollkommen aus.
Bilder drucken Wer seine Werke hingegen (großformatig) ausdrucken will, sollte auf eine größere Anzahl setzen. In diesem Fall sind System- und Spiegelreflexkameras mit großen Bildsensoren die bessere Wahl als Kompaktkameras.

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